GALERIE TAUBE, BERLIN

Ausstellung 167

ALVINA HEIDTKE: BERLIN IM WANDEL (Bilder 1993 - 1999)

 

Seit mehr als acht Jahren - genauer gesagt seit dem Hauptstadtbeschluß am 20. Juni 1991 - verändert sich Berlin in rasantem Tempo. Neue Straßen und Plätze, neue Hotels, Restaurants und Geschäfte, neue Botschaften und Regierungsbauten lassen neben zeitgeschichtlichen Reminiszenzen längst eine völlig veränderte Stadt erkennen: Das neue Berlin.

Immer auf der Suche nach Motiven, die typisch für das neue Berlin geworden sind, wird das ständige Umherlaufen in der Metropole für Alvina Heidtke zu einem notwendigen Bestandteil ihrer Malerei. Mit ihren Augen blicken wir nun bei Tag und bei Nacht auf den noch immer im Werden befindlichen Potsdamer Platz, schauen vom Dachgeschoß des Reichstags auf die neue Mitte Berlins oder lassen unseren Blick von einer der vielen Brücken über die Spree entlang der historischen Bauten schweifen. Betretbare Räume werden für uns Flaneure geschaffen, um uns ganz den Sinnen unserer Wahrnehmung hinzugeben. Im Umgang mit Atmosphäre liegt die große Stärke von Alvina Heidtke. Dank ihrer koloristischen Impressionen tauchen wir in die Reize der Stadt ein und jeder Schauplatz wird uns zu einem optisch erfahrbaren Erlebnis. Wollen wir weniger Betriebsamkeit dafür Natur und Abgeschiedenheit, so werden wir diese in den Bildern der Umgebung vor den Toren Berlins erfahren. Feld und Wald sind sozusagen Zubehör des neuen Hauptstadt-Berlins und wirken ausgleichend auf den urbanen Menschen.

Ein abschließendes Fazit über das Verhältnis neues und altes Berlin bleibt offen. Aus heutiger Sicht erweisen sich alle baulichen Veränderungen noch als zu neu, um Identität aufweisen zu können. Allerdings ist dies ohne Belang für den Betrachter dieser Ausstellung.

Rita Krauss